Hans (67), verwitwet – Der Euro in Deutschland

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Hans (67)

Das ist Hans: 67 Jahre alt, verwitweter Frührentner. Zurückblickend ist er zufrieden mit seinem Leben. Reich ist Hans nicht geworden, aber er hatte stets sein Auskommen. Wie wird es seinen Kindern und Enkeln ergehen?

Düstere Zukunftsaussichten

Hans (67, verwitwet): Hans geht, wie jeden Freitagabend, in sein Stammlokal am Marktplatz. Dort trifft er seine alten Freunde, mit denen er früher jeden Tag unter Tage arbeitete. Nach zahlreichen Skatrunden wird heiter gelacht und an alte Zeiten angeklungen, als alles noch besser war. Besonders gern erinnert sich Hans an die gemeinsamen Urlaube, die er mit seiner verstorbenen Frau und einem befreundeten Kumpel-Ehepaar beim Wandern verbrachte. Er kennt die meisten der österreichischen und schweizerischen Höhenwege. Etwas später kommt sein Schwiegersohn Max hinzu, den er als „aufrechten Burschen“ herzlich liebt. Max hat trotz seiner Einsatzbereitschaft kürzlich seinen Arbeitsplatz verloren, nachdem sein Arbeitgeber Stellen abbaute. Derzeit versucht er mit Zeitarbeit seine junge Familie zu ernähren. Hans Stimmung ist getrübt, denn er weiß nicht, ob Max, seine Tochter Magda und die kleine Fabienne ein ähnlich unbeschwertes Leben führen können werden wie er. Schon seit Jahren sind die Löhne real kaum noch gestiegen, die Hauspreise hingegen schon. Max und Magda wohnen deshalb zur Miete. Von einem Eigenheim können Sie nur träumen. Hans erinnert sich noch daran, wie zu seiner Zeit das Leben von Jahr zu Jahr etwas leichter wurde, da die Mark, die er in der Tasche hatte, für immer mehr ausreichte. Max und Magda hingegen haben von Jahr zu Jahr mehr finanzielle Schwierigkeiten. Früher war auf die Gewerkschaft und die SPD Verlass. Heute hingegen geht es meist nur noch um das Wohl Europas und „Solidarität“. Max und Magda scheinen nicht Teil dieses Europas zu sein. Hans erwartet nicht mehr viel vom Leben, aber wann, fragt er sich, wird das Leben für Max und Magda wieder leichter?

Hans Wohnzimmer

Hans letzter Urlaub


Deutschland (bis 1990 früheres Gebiet der BRD)

Vorteile des Euros für Hans

  • Niedrige Zinsen / Günstige Kredite

    Die expansive Geldpolitik der EZB sorgt im gesamten Währungsgebiet für niedrige Zinsen. Dadurch sinken die monatlichen Belastungen für viele Hauskäufer. Doch Vorsicht: es besteht eine ernsthafte Gefahr sich finanziell zu überheben. Darüber hinaus sind vergangene Immobilienblasen in Spanien und Irland ebenfalls durch zu niedrige Zinsen entstanden.

Nachteile des Euros für Hans

  • Sinkende Kaufkraft

    Die Kaufkraft der Bürger hat durch den Euro nachgelassen. Verantwortlich ist dafür die ausgebliebene Aufwertung der Währung. Dieser Effekt trifft zwar jeden Deutschen, allerdings in Abhängigkeit des Einkommensniveaus in unterschiedlicher Stärke. Grund hierfür sind steigende Importpreise. Für Menschen mit geringem Einkommen ist der Anteil an importiertem Benzin und Elektronikprodukten größer.

  • Gefahr von sozialem Abstieg

    Die „Soziale Dividende“ (Karl Schiller) in Form einer Währungsaufwertung sicherte insbesondere schwächeren Einkommen in Deutschland jahrzehntelang steigenden Wohlstand. Ihr Ausbleiben führt zum sozialen Abstieg im internationalen Vergleich.

  • Rente in Gefahr

    Die Niedrigzinspolitik schmälert die Erträge von Versicherungen und Rentenfonds. Es ist wahrscheinlich, dass viele ihren Rentenverpflichtungen in Zukunft nicht mehr nachkommen werden können.

  • Kapitalentwertung

    Viele konservative Kapitalanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten erwirtschaften aufgrund der Niedrigzinsen negative Renditen. Das führt zu Vermögensverlusten insbesondere bei geringeren Einkommen. Höhere Einkommen sind häufig über Aktienmärkte und Immobilien besser diversifiziert.

Was machen die Parteien für Hans?

CDU(Christlich Demokratische Union Deutschlands)

EVP-Fraktion im Europäischen Parlament

CDU/CSU (EVP Fraktion)

Die CDU plädiert weiterhin für einen straffen Sparkurs der Euroländer. Hans kann verstehen, dass der Sparkurs am meisten Leute wie Max und Magda trifft. Doch gerade hier sollte der Staat am meisten helfen.

SPD(Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

EVP-Fraktion im Europäischen Parlament

SPD (S&D Fraktion)

Nach der SPD sollen mehr Investitionen in Europa und vor allem nach Südeuropa getätigt werden um die Wirtschaft anzukurbeln. Hans würde das Geld lieber im seiner Heimatregion investiert sehen.

FDP(Freie Demokratische Partei)

alde-Fraktion im Europäischen Parlament

FDP (alde-Fraktion)

Die FDP fordert inzwischen ein Insolvenzrecht der Eurostaaten und eine Beteiligung des IWF an Stabilitätsmechanismen. Doch wieso hat sie so lange sein hart erarbeitetes Geld nach Griechenland überwiesen, nur um es jetzt zu erlassen?

Die Grünen(Bündnis 90/Die Grünen)

Grüne/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament

Die Grünen (Grüne/EFA-Fraktion)

Die Grünen fordern mehr Gelder für die öffentlichen Sektoren der südlichen Mitgliedsstaaten. Doch vom Staat fühlt er sich im Stich gelassen. Er ist überzeugt Leuten wie ihm gehe es in Griechenland genauso.

Die Linke.

GUE-NGL-Fraktion im Europäischen Parlament

Die Linke. (GUE-NGL)

Die Exportorientierung geht zu Lasten der Beschäftigten in Deutschland: Die Folge sind prekäre Arbeit, Niedriglohn und Dauerstress. Der Euro muss fundamental reformiert werden um die wirtschaftliche und soziale Spaltung in Europa zu überwinden.

LKR(Liberal-Konservative Reformer)

Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR)

LKR (ECR-Fraktion)

Die LKR will eine weitere Zustimmung zu neuen Hilfspaketen verhindern, da sonst neue Schuldenlasten den einzelnen Bürger zukommen würden. Um soziale Not in anderen Ländern zu lindern schlägt sie einen Austritt dieser Länder aus der Währungsunion vor.

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