Bernd (30) – Der Euro in Deutschland

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Bernd (30)

Das ist Bernd (30), er ist adaptiv pragmatisch
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Das ist Bernd: Jung, flexibel, anpassungsfähig und karriereorientiert. Er wird durch das Gespräch mit einem Nachbarn auf das Thema Euro aufmerksam. Welche Vor- und Nachteile hat unsere Gemeinschaftswährung für Bernd?

Ein Gespräch unter Nachbarn

Bernd steht in seinem Schrebergarten und unterhält sich mit seinem Nachbarn Frank, der hauptsächlich in der Schweiz wohnt. Nur zur Sommerzeit kommt er gerne in seine Heimat zurück, um sich um den Garten zu kümmern. Mitten im Gespräch erzählt Frank, wie sehr er seine zweite Heimat liebt, insbesondere aufgrund des tollen Wechselkurses. Während Bernd seit Jahren keine nennenswerten Vermögenszuwächse erzielen konnte, ist Franks Einkommen in Euro gerechnet durch die Aufwertung des Franken um etwa 20 Prozent gestiegen. Darüber hinaus zahlt er nur den halben Steuersatz von Bernd. Deshalb denkt er darüber nach, eine Wohnung in Deutschland als Investment zu kaufen. Bernd realisiert, dass die in Deutschland häufig aufgestellte Behauptung der guten Einkommensentwicklung nur im Vergleich zu den südeuropäischen Krisenstaaten gilt. Im Vergleich zu anderen Währungsgebieten und speziell zum Schweizer Franken ist das Einkommen hingegen kontinuierlich gesunken – eine für ihn ernüchternde Erkenntnis.

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Bernds Wohnzimmer

Bernds letzter Urlaub

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Bernds Feierabend

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Vorteile des Euros für Bernd

  • Freizügigkeit und Flexibilität

    Der Euro erleichtert die Freizügigkeit innerhalb der Währungsunion, da bei Grenzübertritten zumeist kein Geld mehr getauscht werden muss. Das macht die Geschäftsreise entspannter und den Urlaub erholsamer.

  • Zugehörigkeitsgefühl

    Einige Bürger empfinden durch den Euro ein verstärktes „Wir“-Gefühl.

Nachteile des Euros für Bernd

  • Sinkende Kaufkraft

    Die Kaufkraft der Bürger hat durch den Euro nachgelassen. Verantwortlich ist dafür die ausgebliebene Aufwertung der Währung. Dieser Effekt trifft zwar jeden Deutschen, allerdings in Abhängigkeit des Einkommensniveaus in unterschiedlicher Stärke. Grund hierfür sind steigende Importpreise. Für Menschen mit geringem Einkommen ist der Anteil an importiertem Benzin und Elektronikprodukten größer.

  • Kapitalentwertung

    Viele konservative Kapitalanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten erwirtschaften aufgrund der Niedrigzinsen negative Renditen. Das führt zu Vermögensverlusten insbesondere bei geringeren Einkommen. Höhere Einkommen sind häufig über Aktienmärkte und Immobilien besser diversifiziert.

  • Risiko von Steuer- und Abgabenerhöhungen

    Die Bundesregierung hat im Zuge der Griechenlandpakete erhebliche Haftungsrisiken auf sich genommen. Sollten diese Risiken eintreten, wird es zu erhöhten Kosten für deutsche Steuerzahler kommen.

  • Stabilitätsrisiken

    Die drohende Pleite Griechenlands, die wirtschaftliche Stagnation Italiens und die dramatischen Arbeitslosenzahlen aus Portugal und Spanien wirken sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland aus. Zwar hat sich die deutsche Wirtschaft mittlerweile von der Eurozone weg nach Asien umorientiert, doch haben akute Krisen meist grenzüberschreitenden Charakter.

  • Gefährdete Preisstabilität

    Die Niedrigzinspolitik birgt erhebliche Inflationsgefahren, da die Geldmenge viel schneller steigt als die reale wirtschaftliche Produktion. Ein Anstieg der Konsumgüterpreise kann erhebliche negative Auswirkungen auf dem Lebenswandel der Bevölkerung haben.

Was machen die Parteien für Bernd?

CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

EVP-Fraktion im Europäischen Parlament

CDU/CSU (EVP Fraktion)

Die CDU/CSU will einen stabilen Euro durch stärkere Sparmaßnahmen und einem solidarischen Auftreten aller Mitgliedsstaaten untereinander erreichen. Bernd begrüßt zwar die Sparmaßnahmen, rechnet aber damit, dass das bisherige solidarische Auftreten schlussendlich seine Steuerlast weiter erhöht und er gegenüber Frank noch schlechter dasteht.

SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

EVP-Fraktion im Europäischen Parlament

SPD (S&D Fraktion)

Die SPD argumentiert, dass verstärkte staatliche Investitionen eine stabile Währungsunion sicherstellen sollen. Bernd weiß noch ganz genau, wie die Mitgliedsstaaten den Rettungsschirm ESM etablierten und gutes Steuergeld schlechtem hinterhergeworfen hat.

FDP (Freie Demokratische Partei)

alde-Fraktion im Europäischen Parlament

FDP (alde-Fraktion)

Die FDP möchte ein Austrittsrecht für insolvente Mitgliedsstaaten etablieren. Allerdings fragt sich Bernd, wieso die FDP in Regierungsverantwortung zunächst Jahre lang versucht hat, Griechenland im Euro zu behalten.

Die Grünen (Bündnis 90/Die Grünen)

Grüne/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament

Die Grünen (Grüne/EFA-Fraktion)

Die Grünen wollen in ihrem Programm ein Konzept verwirklichen, dass sich „Green new Deal“ nennt. Dieser enthält unter anderem die Forderung die Schulden innerhalb der Währungsunion „gerecht“ zu reduzieren. Griechenlands Zukunft sei der Euro, heißt es dort. Bernd ist zwar grundsätzlich ökologisch orientiert, sieht aber in der auf ihn zukommenden Steuerbelastung keine Gerechtigkeit.

Die Linke.

GUE-NGL-Fraktion im Europäischen Parlament

Die Linke. (GUE-NGL)

Die Linke möchte den Sozialstaat stärken und auch Selbständige dazu verpflichten in die Sozialkassen einzuzahlen.

LKR (Liberal-Konservative Reformer)

Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR)

LKR (ECR-Fraktion)

Die LKR hingegen will durch Aufteilung des Euros in Nord- und Südeuro das Wechselkursventil wieder herstellen. Ein Nordeuro würde sofort aufwerten und Bernd würde zumindest teilweise einen den gleichen Aufwertungsbonus erhalten wie sein Freund Frank .

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