Inflation

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Inflation

Anders als von Ökonomen vorhergesagt, kam es infolge der quantitativen Lockerungsprogramme der Europäischen Zentralbank, US-Notenbank und Co. bisher nicht zu einem explosionsartigen Anstieg in Verbraucherpreisen.

Tatsächlich hat das massive Gelddrucken der Notenbanken nicht die erwartete Reaktion ausgelöst, und das in Umlauf gebrachte Geld der Notenbanken ist zu großen Teilen nicht im Konsum, sondern in Vermögenswerte gewandert. Die Angst unter Anlegern vor einer Geldentwertung drängte die neugefundene Liquidität in Finanz- und Sachvermögen. Der vom Flossbach von Storch Research Institute entwickelte „FvS Vermögenspreisindex“ erfasst die Preisentwicklung des Vermögens eines durchschnittlichen deutschen Haushalts. Die folgende Grafik zeigt die rasante Entwicklung:

Zum Finanzvermögen gehören vor allem Aktien, Rentenwerte, Spar-und Sichteinlagen, aber auch Gold und Rohstoffe. Andererseits zählen Immobilien (diese stellen mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent die größte Position dar) und Betriebsvermögen, aber auch Sammel- und Spekulationsobjekte wie Kunst, Automobile und kostbare Weine zum Sachvermögen. Dieses Jahr liegt die Vermögenspreisinflation erneut auf rekordverdächtig hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigen Vermögenspreise zum Ende des ersten Quartals 2017 um 6,5% an. Getragen wird der Preisanstieg wie auch in den vorangegangenen Quartalen durch Preise des Sachvermögens (+7,2%). Zwar ist der Preisanstieg bei Finanzwerten (+3,4%) deutlich niedriger als bei Sachwerten, jedoch übertrifft er die Wachstumsraten der letzten Quartale deutlich.

Wie unterscheidet sich der Vermögenspreisindex von der herkömmlichen Inflation?

Normalerweise wird die Inflation durch den Verbraucherpreisindex (VPI) verkörpert. Dieser besteht aus einem repräsentativen Warenkorb verschiedener Güter. Die Preisentwicklung der enthaltenen Güter wird dabei ermittelt, um die Inflationsrate zu bestimmen. Vorbehalte gibt es bei dieser Art von Messung schon. Zwar sind etwa „Wohnkosten“ als eine Gütergruppe einbezogen, sie beziehen sich jedoch auf die Mietpreisentwicklung, und nicht auf die Kosten eines Wohnungskaufs.